Hauptbühne

Moderation:
Marina Rauchenbacher

Marina Rauchenbacher ist Literatur- und Kulturwissenschaftlerin, derzeit an der Universität Wien tätig und beschäftigt sich vor allem mit deutschsprachiger Literatur, Comics, Gender Studies und visuellen Kulturen. Sie ist Vorstandsmitglied von aka | Arbeitskreis Kulturanalyse und der Gesellschaft für Comic-Forschung und -Vermittlung.

14.00-14.15

Eröffnung

 

 

14.15-15.00

Lukas Meschik:

Leben im Konjunktiv – Gedichte und Songs

Lukas Meschik, geb. 1988 in Wien, ist Autor und Musiker. In beiden
Welten hält er sich gerne auf, und noch lieber lädt er dorthin ein. Wir hören Songs seiner Band Moll, bekannte und brandneue. Dazwischen gibt es Gedichte aus dem aktuellen Lyrikband „Planeten“ sowie unveröffentlichte Dreizeiler.

http://www.limbusverlag.at/index.php/meschik-lukas
https://www.mollmusik.at

 

15.00-16.00

Tarek Leitner: Berlin–Linz. Wie mein Vater sein Glück verbrauchte
& Eva Reisinger: Was geht, Österreich? – Lesung und Gespräch

Tarek Leitner, geb. 1972, Anchorman der Zeit im Bild, dreifacher Romy-Preisträger als beliebtester Moderator, interessiert sich für die Umgebungen unseres Lebens. Im Brandstätter Verlag veröffentlichte er u. a. „Hilde & Gretl“ (2018) und 2019 „Berlin–Linz. Wie mein Vater sein Glück verbrauchte.“

In letzterem erzählt er anhand zweier Reisen von Berlin nach Linz, einmal durch das nationalsozialistische Deutschland von 1938, einmal durch das in Trümmern liegende Deutschland von 1945, die bewegende Geschichte des Vaters des Autors. Beide Male reiste dieser auf der Reichsautobahn: Einmal als 12-Jähriger am Steuer eines neu gekauften Wagens, einmal auf dem Fahrrad, das er gegen seine Uhr eingetauscht hatte. Konnte man damals überhaupt „unpolitisch“ sein? Ist das Glück eines Menschen endlich, und wie viel davon verbraucht das Überleben im Krieg? Eine Erzählung über das Aufregende im vermeintlich Unspektakulären.

https://www.brandstaetterverlag.com/buch/berlin-linz/

Eva Reisinger, geb. 1992, hatte immer Angst, etwas zu verpassen, und so verließ sie die Provinz, um in Wien Journalismus zu studieren. Sie war Österreichkorrespondentin für Ze.tt, schrieb für NEON, ZEIT, VICE und die Wiener Zeitung. Sie isst tatsächlich am liebsten Schnitzel, geht nicht gerne wandern, und landet doch immer wieder am Berg. „Was geht, Österreich?“ Erschien 2021 bei Kiepenheuer & Witsch.

Wo schafft es eine Partei in die Regierung, die von einem SS-Brigadeführer gegründet wurde? Wo will selbst die Frauenministerin keine Feministin sein? Wo darf man sich hemmungslos beleidigen, wenn man nur ja beim Sie bleibt? Die Rede ist von Österreich. Bitte, Sie haben es schon im Titel gelesen? Sie halten sich für recht gscheit, oder was? Eva Reisinger ist in der oberösterreichischen Provinz aufgewachsen, um Ihnen davon zu erzählen. Von den sonderbaren Bräuchen, den fragwürdigen Umgangsformen und den köstlichen Mehlspeisen. Alles, was Sie über Österreich wissen müssen. Und alles, was Sie lieber nicht gewusst hätten.

https://www.evareisinger.de
https://www.kiwi-verlag.de/buch/eva-reisinger-was-geht-oesterreich-9783462054637

16.15-17.45

 

25 Jahre Exil-Literaturpreise

Drei Preisträger*innen der Exil-Literaturpreise, Mercedes Spannagel, Thomas Perle und Samuel Mago, lesen. Moderation: Christa Stippinger, mit Musik von Milos Todorovski (Akkordeon) und Andrej Prozorov (Tenorsaxofon).

Samuel Mago, geb. 1996 in Budapest, lebt seit 2000 in Wien. Der Schriftsteller, Musiker und Roma-Aktivist arbeitet als Antiziganismustrainer, Romaneslehrer und für ORF-Radio-Produktionen. 2015 erhielt er den Exil-Jugend-Literaturpreis. Seither Mitglied der Exil-AutorInnenwerkstatt. 2020 legte er mit dem Kurzgeschichtenband „bernsteyn und rose“ in der edition exil seine erste, viel beachtete Einzelpublikation vor.

Thomas Perle, geb. 1987 in Rumänien, aufgewachsen in Nürnberg, lebt seit 2008 in Wien.  2013 Exil-Literaturpreis, seither Mitglied der Exil-AutorInnenwerkstatt und seit 2015 des internationalen Autorentheaterlabors WIENER WORTSTAETTEN und Fabulamundi. Playwriting Europe. 2018 erschien sein Prosaband wir gingen weil alle gingen in der edition exil, 2021 wurde sein Stück „Karpatenflecken“ im Deutschen Theater Berlin uraufgeführt.

Mercedes Spannagel, 1995 in Wien geboren, erhielt 2014 den Exil-Jugend-Literaturpreis. Ihr erster Roman „Das Palais muss brennen“ erschien 2020 bei Kiepenheuer & Witsch und war für den Debütpreis des Österreichischen Buchpreises nominiert.

Seit 1997 vergibt der Verein Exil in Wien die Exil-Literaturpreise an Autor*innen, die aus einer anderen Sprache und Kultur kommen, in Österreich leben und in deutscher Sprache schreiben. Zahlreiche heute renommierte Autor*innen wie Julya Rabinowich, Dimitré Dinev, Susanne Gregor und Didi Drobna wurden durch die Exil-Literaturpreise entdeckt und haben ihre literarische Laufbahn mit einer Erstpublikation in der Edition Exil begonnen.

www.editionexil.at

17.45-18.45

Mieze Medusa: Du bist dran und Markus Köhle: Zurück in die Herkunft – Lesung und Gespräch

Markus Köhle, geb. 1975,  ist Sprachinstallateur, Literaturzeitschriftenaktivist und Papa Slam Österreichs. Seit 2001 ist der vielfach ausgezeichnete Autor literarisch, literaturkritisch, literaturwissenschaftlich und auch als Literaturveranstalter aktiv. Zuletzt erschienen 2021 „Schneller, höher und so weiter“ (Sonderzahl 2021, mit Peter Clar) und „Zurück in die Herkunft. Ein Nabelschaulauf zu den Textquellen“ (Sonderzahl 2021).
„Zurück in die Herkunft“ bietet in spielerischer Formenvielfalt biografische und poetologische Einblicke in das Leben, Lieben, Schreiben des Ottakringer-Onkels aus Tirol.

www.autohr.at

Mieze Medusa, geb. 1975, ist Pionierin der österreichischen Poetry Slam Szene, Rapperin und Autorin. Seit Jahren ist sie in Österreich und international mit abendfüllenden Slam Poetry Performances & Lesungen unterwegs. Zuletzt erschien, 2021, ihr Roman „Du bist dran“ (Residenz 2021).
In diesem werden drei Figuren dreier Generationen, verbunden durch das Internet, präsentiert. Der Titel ist Programm und sanfte Aufforderung zu lesen, zu handeln, dabei zu sein. Lifehacks, Lachflashs und Liebenswürdigkeit garantiert!

www.miezemedusa.com
facebook

19.00-20.00

Barbara Frischmuth: Dein Schatten tanzt in der Küche und Eva Schörkhuber: Die Gerissene – Lesung und Gespräch

Barbara Frischmuth, geboren am 5.7.1941 in Altaussee, zählt seit 1968, seit ihrem furiosen Debüt „Die Klosterschule“ zu den wichtigsten Schriftsteller*innen der österreichischen Literatur. Die Mitbegründerin des Forum Stadtparks veröffentlichte zuletzt „Natur und die Versuche, ihr mit Sprache beizukommen“ (Residenz 2021) und „Dein Schatten tanzt in der Küche“ (Aufbau Verlag 2021).
Fünf Erzählungen über fünf Frauen, über Selbstbehauptung und Einsamkeit, über die Versuche, sich nicht unterkriegen zu lassen – weder von den Zeitläuften noch von Männern und schon gar nicht vom Alter.

www.barbarafrischmuth.at
www.aufbau-verlag.de


Eva Schörkhuber, geb. 1982, Autorin und Literaturwissenschaftlerin, lebt und arbeitet in Wien. Konzeption und Durchführung der Wiener Soundspaziergänge. Redaktionsmitglied bei PS – Politisch Schreiben und Mitglied im Papiertheaterkollektiv Zunder. Bei edition atelier erschienen u.a. ihr Debüt „Die Blickfängerin“ (2013) und zuletzt „Die Gerissene“ (2021).

Mira hat genug vom Landleben. Schon seit ihrer Kindheit fühlt sie sich im Dorf fremd und unverstanden. Ohne einen Cent in der Tasche reist sie in die Welt hinaus, um ihren Platz darin zu finden. In Marseille macht sie sich mit dem Upcycling alter Kleidung einen Namen, in Oran näht sie aus Djellabas Minirocktaschen und in der Sahara schließt sie sich einer Reisekarawane an und arbeitet in einem Flüchtlingscamp mit. Stets begegnet Mira den Menschen und Umständen mit wachem, kritischem Blick und dem Drang, einen Beitrag zu leisten. Als in Havanna ihre Erwartungen auf eine echte, lebendige Revolution enttäuscht werden, gründet sie eine neue aufständische Bewegung.

www.editionatelier.at/beteiligte/eva-schoerkhuber
www.politischschreiben.net
www.solenoir.org/papiertheater-zunder

 

20.30-22.00

 

PIPPA– Idiotenparadies

Knapp ein Jahr nach ihrem von Kritikern hochgelobten Debüt „Superland“ lädt PIPPA ihre Hörer*nnen ein, sie auf einen Trip ins „Idiotenparadies“ zu begleiten. Darauf hat die Sängerin ihre Leidenschaft für Sounds und Arrangements entdeckt: So trifft Pop auf HipHop, Funk und Elektronik, was etwas Neues entstehen lässt. Etwas, das unverkennbar PIPPA ist. Textlich geblieben sind die Geschichten und Anekdoten über Wien und ihr eigenes Leben. Bemerkenswert dabei ist eine teilweise beinahe brutal zu nennende Ehrlichkeit („Meine Traurigkeit“), die die Verletzbarkeit der Künstlerin zeigt. „Es muss einer Frau auch erlaubt sein, ihre Schwächen zu zeigen. Alles Perfekte ist ohnehin sterbenslangweilig“ erhebt PIPPA die Schönheit des Scheiterns dabei zum Lebensmotto.

www.pippamusik.at